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D-Kadett mit Überraschungen

Im 100. Heft der Flash, dem Opel Scene Magazin, gibt es zum Jubiläum, wie schon in der allerersten Ausgabe einen Bericht über den D Kadett von Thomas Kniefert.

Flash - Opel Szenemagazin

Rekapitulieren wir noch einmal den Aufbau, den der gelernte Autolackierer im Februar '91 begann und sechs Monate später zum Abschluss brachte. Der vier Jahre zuvor aus erster Hand gekaufte Kadett SR wurde zuerst bis auf die Rohkarosse gestrippt. Zu schweißen gab es wenig; nur die Bohrung für die entfernten Kunststoffverbreiterungen verschloss Thomas, um anschließend die Radlaufkanten zu bördeln. Dann bereitete er den damals noch weißen Wagen auf die Lackierung vor, die er natürlich im Betrieb seiner Eltern - W. Kniefert, Karosseriebau und Lackiererei - in Recklinghausen ausführte. Das Rezept der Farbe will er uns immer noch nicht verraten. Und die glänzt noch wie am ersten Tag. Schließlich hat sein Kadett in seitdem vergangenen zehn Jahren noch nie eine Waschstraße von innen gesehen.Zweimal im Jahr wurde der Wagen poliert, vor der Saison und dann noch einmal vor dem Wegstellen.Außerdem hat sich, die damals gründlich durchgeführte Hohlraumversiegelung echt ausgezahlt.

Opel Kadett

Ist es tatsächlich schon so lange her, dass wir diesen D-Kadett vorgestellt haben? Damals machte Marcel, der Sohn von Thomas Kniefert, noch in die Windeln. Heute ist er ein Bengel von zehn Jahren, und Papis Opel glänzt immer noch, als wäre die Zeit spurlos an ihm vorübergegangen.

Opel mit GSI-Technik

Äußerlich nahm Thomas keine einschneiden Eingriffe in die Serienform seines Opels vor, allerdings steckt hinter dem Blech jede Menge GSI-Technik Beim Triebwerk zum Beispiel deckelte der Schrauber den 2,0 Liter Block eines 16 Ventilers mit einem heftig bearbeiteten 1.8er ohc Kopf.

Zwei 45er Doppelwebern und Luftfiltern von K&N übertrug er die Gemischaufbereitung.

Lexmaul-Sound

Die Abgase befördert - nachdem Thomas zwischenzeitlich aus Rücksicht auf die Nachbarn auf Lexmaul-Sound umgestiegen war - inzwischen wieder eine Gruppe A Anlage von Jetex nach draußen. Damit wurde auch die Musikanlage überflüssig. Mit dem verbauten F20-Getriebe standen ihm ab sofort fünf Gänge zur Verfügung. Die Schaltwege hat Thomas vor einigen Jahren erheblich verkürzt. Schließlich fuhr er bis vor kurzem noch Beschleunigungsrennen mit seinem Kadett und hat dabei gar nicht übel abgeschnitten: `98 belegte er in Ascheberg den fünften Platz im Jahr darauf schon Rang drei. Damit's auch in der Negativ-Beschleunigung klappt, montierte der damals 23-jährige die kompletten GSI-Achsen inklusive Bremsanlage unter seinen Kadett. H&R Federn sorgten in Kombination mit Bilstein-Sprint-Dämpfern für angemessenen Tiefgang. Die Cup-Felgen von ATS in 7 x 15, die damals noch die Radhäuser zierten, ersetzte Thomas später durch ein halbes Zoll breiteren Alus von ATC mit Goodyear-Eagle-Bereifung der Dimension 195/50 ZR 15. Kurz darauf folgte der DTM - Alu - Tankstutzen "eine echte Quälerei, da passte wirklich gar nichts zusammen!"

Chromolux-Folien

Auch hinter den mit Chromolux-Folien bezogenen Scheiben wurden nach dem Aufbau `91 noch ein paar Veränderungen vorgenommen. Es beginnt schon beim Öffnen der Türen. Irgendwann hatte Thomas "das Gepuhle mit dem Schlüssel" satt. "Komischer weise hat man immer die Hände voll, wenn man ins Auto will", schmunzelt der Schrauber - und da lag nichts näher, als eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung nachzurüsten. Das Digi-Cockpit hatte er bereits damals implantiert und anschließend ein Lenkrad von Hella auf die Narbe geschraubt. Hier finden wir heute ein 32er Momo, mit dem Thmas seinen Kadett über den Asphalt steuert - übrigens mit Servounterstützung aus einem Ascona C.

D-Kadett

In letzter Zeit sitzt der Autolackierer allerdings nur noch recht selten in der Champion-Bestuhlung, die er vor ein paar Jahren für seinen Kadett aufgetrieben hat. Seitdem sein Vater sich mehr und mehr aus den Betrieb zurückzieht, bleibt einfach nicht mehr die Zeit fürs private Schrauben.

"Die eine oder andere Kleinigkeit an dem Kadett müsste schon gemacht werden", räumt Thomas ein, aber vielleicht finden sich ja gute Hände, in die er seinen Wagen nach nunmehr 14 Jahren abgeben kann. Es wäre doch schön, wenn sein D-Kadett auch zur 200. Nummer der flash noch glänzt, als wäre die Zeit spurlos an ihm vorübergegangen.

Text: Ansgar Wilkendorf

Fotos: Dieter Debo

 

 

Ausgabe 1

Januar-März 92